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README – Snapshot-Backup mit rsync
Dieses Skript erstellt Snapshots des Home-Verzeichnisses mit rsync und --link-dest.[cite:43][cite:34] Jeder Snapshot sieht wie ein vollständiges Backup aus, aber unveränderte Dateien werden per Hardlink wiederverwendet, sodass Speicherplatz gespart wird.[cite:34][cite:92]
Zweck
Das Skript sichert den Inhalt von HOME auf ein externes Zielverzeichnis und legt dabei zeitgestempelte Snapshot-Ordner an.[cite:43] Über den Symlink latest wird immer auf den zuletzt erfolgreichen Sicherungsstand verwiesen.[cite:34][cite:92]
Typische Vorteile dieses Ansatzes:
- Einfach browsebare Backups, weil jeder Snapshot als normales Verzeichnis vorliegt.[cite:43][cite:91]
- Platzersparnis durch Hardlinks mit
--link-dest.[cite:34][cite:92] - Aufbewahrung mehrerer Sicherungsstände durch Rotation älterer Snapshots.[cite:43]
Voraussetzungen
Für --link-dest sollte das Ziel auf einem Linux-Dateisystem liegen, das Hardlinks sauber unterstützt, etwa ext4, XFS oder btrfs.[cite:34][cite:91] Dateisysteme wie exFAT sind für diese Snapshot-Technik ungeeignet.[cite:34]
Benötigte Werkzeuge:
bashrsyncreadlinktee- Standard-Tools wie
mkdir,ln,ls,tail,rm
Verzeichnisaufbau
Das Skript erzeugt pro Lauf einen neuen Snapshot mit Zeitstempel.[cite:43][cite:92]
Beispiel:
/run/media/hans/usbsicherung/jacboy_sicherung/
└── <hostname>/
├── 2026-04-28_10-30-00/
├── 2026-04-29_10-30-00/
├── latest -> /run/media/hans/usbsicherung/jacboy_sicherung/<hostname>/2026-04-29_10-30-00
└── logs/
Funktionsweise
Das Skript prüft zunächst, ob das Zielverzeichnis existiert und beschreibbar ist, und legt anschließend Snapshot- und Log-Verzeichnisse an.[cite:43][cite:97] Danach wird rsync mit Archivoptionen sowie Ausschlüssen für nicht benötigte Verzeichnisse ausgeführt.[cite:43][cite:91]
Wenn bereits ein gültiger vorheriger Snapshot existiert, wird dieser über --link-dest als Referenz verwendet.[cite:34][cite:92] Unveränderte Dateien werden dann nicht erneut kopiert, sondern als Hardlinks im neuen Snapshot eingebunden.[cite:34]
Nach erfolgreichem Lauf aktualisiert das Skript den Symlink latest und entfernt ältere Snapshots oberhalb des konfigurierten Aufbewahrungswerts KEEP.[cite:43]
Verwendete rsync-Optionen
| Option | Bedeutung |
|---|---|
-a |
Archivmodus: rekursiv kopieren und Metadaten erhalten.[cite:91][cite:43] |
-H |
Hardlinks in der Quelle erhalten.[cite:91] |
-A |
ACLs mitnehmen, sofern vorhanden.[cite:91] |
-X |
Erweiterte Attribute mitnehmen.[cite:91] |
-x |
Auf demselben Dateisystem bleiben; zusätzliche Mounts unterhalb von HOME werden nicht traversiert.[cite:91][cite:43] |
--delete |
Entfernt Dateien im neuen Snapshot, die in der Quelle nicht mehr vorhanden sind; ältere Snapshots bleiben dabei unberührt.[cite:91][cite:34] |
--delete-excluded |
Entfernt auch explizit ausgeschlossene Inhalte aus dem Ziel-Snapshot.[cite:91] |
--link-dest |
Verweist auf den letzten Snapshot, damit unveränderte Dateien per Hardlink wiederverwendet werden.[cite:34][cite:92] |
Anpassbare Variablen
Die wichtigsten Variablen stehen am Anfang des Skripts:
SRC="${HOME}/"
DEST_BASE="/run/media/hans/usbsicherung/jacboy_sicherung"
KEEP=30
SRC: Quellverzeichnis, standardmäßig das eigene Home-Verzeichnis.DEST_BASE: Basisverzeichnis auf dem Backup-Medium.KEEP: Anzahl der Snapshots, die aufbewahrt werden sollen.
Auch die Ausschlussliste kann direkt im Array EXCLUDES angepasst werden, zum Beispiel für Cache-, Download- oder temporäre Verzeichnisse.[cite:43]
Verwendung
Syntax prüfen:
bash -n sicherung.sh
Skript ausführen:
bash sicherung.sh
Für einen sicheren Test kann vorübergehend --dry-run in die RSYNC_OPTS aufgenommen werden; dann zeigt rsync nur an, was passieren würde, ohne tatsächlich Daten zu schreiben.[cite:91][cite:43]
Beispielskript
#!/usr/bin/env bash
set -Eeuo pipefail
SRC="${HOME}/"
DEST_BASE="/run/media/hans/usbsicherung/jacboy_sicherung"
HOST="$(hostname -s)"
STAMP="$(date +%F_%H-%M-%S)"
SNAPSHOT_DIR="${DEST_BASE}/${HOST}/${STAMP}"
LAST_LINK="${DEST_BASE}/${HOST}/latest"
LOG_DIR="${DEST_BASE}/${HOST}/logs"
LOG_FILE="${LOG_DIR}/backup-${STAMP}.log"
KEEP=30
log() {
local msg="[$(date +%F\ %T)] $*"
echo "${msg}"
if [[ -n "${LOG_FILE:-}" ]]; then
mkdir -p "$(dirname "${LOG_FILE}")"
echo "${msg}" >> "${LOG_FILE}"
fi
}
fail() {
log "FEHLER: $*"
exit 1
}
if [[ ! -d "${DEST_BASE}" ]]; then
fail "Zielbasis ${DEST_BASE} existiert nicht oder ist nicht gemountet. Bitte USB-Laufwerk prüfen."
fi
if [[ ! -w "${DEST_BASE}" ]]; then
fail "Zielbasis ${DEST_BASE} ist nicht beschreibbar. Rechte/Mount prüfen."
fi
mkdir -p "${SNAPSHOT_DIR}" "${LOG_DIR}"
log "Starte Backup: ${SRC} -> ${SNAPSHOT_DIR}"
RSYNC_OPTS=(
-aHAXx
--numeric-ids
--delete
--delete-excluded
--info=stats2,progress2
--human-readable
--partial
)
EXCLUDES=(
--exclude=".cache/"
--exclude="Downloads/"
--exclude=".local/share/Trash/"
--exclude=".gvfs/"
--exclude=".dotnet/"
--exclude=".codegpt/"
--exclude=".copilot/"
--exclude=".var/"
--exclude=".vscode/"
--exclude="temp/"
)
if [[ -L "${LAST_LINK}" ]] && [[ -d "$(readlink -f "${LAST_LINK}")" ]]; then
RSYNC_OPTS+=(--link-dest="$(readlink -f "${LAST_LINK}")")
log "Verwende link-dest: $(readlink -f "${LAST_LINK}")"
else
log "Kein gültiger letzter Snapshot gefunden – es wird ein vollständiger Lauf erstellt."
fi
if rsync "${RSYNC_OPTS[@]}" \
"${EXCLUDES[@]}" \
"${SRC}" "${SNAPSHOT_DIR}/" | tee -a "${LOG_FILE}"
then
log "rsync erfolgreich abgeschlossen."
else
fail "rsync ist mit einem Fehler beendet worden."
fi
ln -sfn "${SNAPSHOT_DIR}" "${LAST_LINK}"
log "latest-Link zeigt jetzt auf ${SNAPSHOT_DIR}"
cd "${DEST_BASE}/${HOST}"
SNAPS=(20*/)
if (( ${#SNAPS[@]} > KEEP )); then
log "Rotationslauf: Es existieren ${#SNAPS[@]} Snapshots, KEEP=${KEEP}."
ls -1dt 20*/ | tail -n +$((KEEP + 1)) | while read -r old; do
log "Lösche alten Snapshot: ${old}"
rm -rf -- "${old}"
done
else
log "Rotationslauf: Es müssen keine alten Snapshots gelöscht werden (Anzahl: ${#SNAPS[@]}, KEEP=${KEEP})."
fi
log "Backup abgeschlossen."
Sicherheitshinweise
Ein erster Testlauf sollte als Dry-Run erfolgen, um Ausschlüsse, Zielpfad und Verhalten zu prüfen, bevor echte Daten geschrieben oder gelöscht werden.[cite:91][cite:43] Das Zielverzeichnis sollte nicht innerhalb des zu sichernden Home-Verzeichnisses liegen, um Rekursionen und ungewollte Mitsicherungen zu vermeiden.[cite:43]
Bei Verwendung von --delete gilt: Gelöschte Dateien verschwinden aus dem neu erzeugten Snapshot, bleiben aber in älteren Snapshots weiterhin vorhanden.[cite:34][cite:92] Genau dadurch entsteht die gewünschte Snapshot-Historie.[cite:92]
Mögliche Erweiterungen
Sinnvolle nächste Ausbaustufen wären ein optionaler --dry-run-Schalter, eine Prüfung des tatsächlichen Mountpoints per mountpoint, sowie eine Automatisierung über systemd-Timer statt manueller Ausführung.[cite:97][cite:43]